Stan Laurel und Oliver Hardy

Im Jahre 1926 trafen sich im Studio von Hal Roach in Los Angeles zwei Herren, die noch nicht wussten, wie eng sie in Zukunft miteinander verbunden sein sollten. Der eine ein guter Schauspieler, der andere Autor, Gagschreiber und Regisseur. Stan Laurel führte Regie bei einem Film mit Oliver Hardy.

Durch Zufall standen beide in einer Szene gemeinsam vor der Kamera und man sah dort bereits das Potential eines genialen Komikerpaares. Stan Laurel hatte damals schon neben den guten Regisseuren und dem Produzenten im Studio das Sagen. Die Filme mit Stan und Olli entpuppten sich schon bald als Selbstläufer, die den Kinobesitzern volle Kassen garantierten.

video

Mit der Einführung des Tonfilms 1928 bekamen die Filme eine weitere Dimension. Laurel und Hardy hatten keine Probleme mit dem Ton. Sehr bald setzte der Produzent die beiden auch in Spielfilmen ein, von denen einige heute zu den Klassikern der Filmgeschichte zählen.

Von 1926 bis 1950 drehten die Beiden 106 Filme zusammen. Sowohl neue Filmpläne wie auch eine erfolgreiche Bühnentournee endeten mit einem Schlaganfall von Oliver Hardy. Er verstarb 1957. Stan Laurel erlebte noch das Revivial der Filme mit Stan & Olli im amerikanischen Fernsehen. Sein Leben endete 1965.

Dick und Dof

In den Stummfilmen wurde im deutschen Sprachraum bereits in den 20er Jahren der Name “Dick und Dof“ (kein Schreibfehler) für das Duo eingeführt. Bei ganz frühen Tonfilmen sprachen Stan Laurel und Oliver Hardy im Rahmen von separaten Dreharbeiten für kurze Zeit sogar phonetisch gelerntes Deutsch. Mittlerweile ist auch ein fast kompletter Kurzfilm (“Spuk um Mitternacht“ / “The Laurel and Hardy Murder Case“ & “Berth Marks“) aufgetaucht in dem Stan & Ollie unsynchronisiert deutsch sprechen.

Bevor die Werke von Laurel und Hardy schließlich synchronisiert wurden (und der begnadete Walter Bluhm als ideale Stimme von Stan Laurel gefunden wurde) liefen die Filme im deutschen Untertiteln in den Kinos. Dann verbannten die Nazis Laurel & Hardy ganz. In der Nachkriegszeit feierte das Duo große Erfolge in den deutschen Kinos, bevor es in den Jugendvorstellungen (oftmals gekoppelt mit dem Ulk-Cowboy Fuzzy) und dann schließlich im Fernsehen landete.

=> Filmografie auf laurel-hardy.de
=> Ein Dickerchen namens "Babe" auf welt online
=> Biografien auf laurel-hardy.de
=> Oliver Hardy auf Wikipedia
=> Stan Laurel auf Wikipedia
=> Norbert Aping: Das Dick und Doof Buch. Schüren
=> The Official Website
=> Fotogalerie auf silentgents.com
=> Weiterführende Links auf stanlaurel.de


"Die Leute haben uns gern, weil sie glauben, uns weit überlegen zu sein und dabei gibt es Millionen von Laurels und Hardys auf der Welt." Stan Laurel)

Oliver Norvell Hardy
1892 geboren in Harlem, Georgia, USA

Nachdem der kleine Oliver den großen Sänger Enrico Caruso live erlebt hatte, wollte er unbedingt auch ein berühmter Sänger werden. Doch da seine Disziplin sehr zu wünschen übrig ließ, schickte ihn die Mutter auf eine Militärschule. Aufgrund seiner Körperfülle hielt er es dort aber nicht lange aus.

Als 18-Jähriger bekam Hardy eine Anstellung im ersten Lichtspieltheater der Stadt - als Filmvorführer, Kartenabreißer und Putzhilfe. Schon damals stellte er fest: "Das, was manche dieser Komiker auf der Kino-Leinwand so zeigen, kann ich eigentlich auch."
1913 erzählte ihm ein Freund von der aufkommenden Filmindustrie im 300 Kilometer entfernten Jacksonville und Hardy machte sich kurzentschlossen auf ins neue Glück. Er bekam tatsächlich kleine Darstellerrollen, doch zunächst nur bei Bühnenshows.

Als dann eines Tages für eine Kurzfilm-Komödie ein junger dicker Mann benötigt wurde, hatte Oliver Hardys Stunde geschlagen. Mit "Outwitting Dad" lieferte er ein passables Debüt, dass ihm auch prompt einen regulären Vertrag bescherte. Er arbeitete zunächst für die Firma Lubin, bevor er zur Vim Comedy Company wechselte und dann zur King Bee Film Corporation.

Unter dem Produzenten Gilbert Anderson stand Hardy im Jahre 1918 dann auch mit einem gewissen Stand Laurel vor der Kamera. "Wir sind uns während der Dreharbeiten kaum begegnet," berichtete Laurel später, "da Babe (so lautetet Hardys Nickname) eine viel kleinere Rolle spielte als ich. Unsere gemeinsamen Szenen wurden sehr schnell abgedreht, und keiner von uns dachte damals auch nur im entferntesten daran, dass wir uns danach jemals wieder begegnen, geschweige denn Partner werden würden." Die Wege der beiden trennten sich, Oliver drehte fortan viele Filme mit dem Starkomiker Jimmy Aubrey. Bei der Firma Vitagraph wurde er neben Larry Semon zum Standard-Schurken.

Erst 1926 drehte er wieder - eher zufällig - mit Stan Laurel. Von da an allerdings kontinuierlich, wenn auch zunächst nicht als richtiges Duo. Als die beiden dann noch zu Stummfilmzeiten zu ihrem Format fanden, war ihr Erfolg überwältigend. Insgesamt standen sie für über 100 Kurz- und Langspielfilme vor der Kamera.

Stan Laurel
Arthur Stanley Jefferson, geboren 1890 in Ulverston, Großbritannien

Stanley Jefferson wurde sein später Beruf fast mit in die Wiege gelegt, denn sein Vater Arthur Jefferson war ein bekannter Theatermanager und Regisseur und seine Mutter, Madge Metcalfe war Schauspielerin. Bereits als Knirps konnte Stanley gemeinsam mit einigen Schulkameraden die gesamte Nachbarschaft mit seiner Hobby- Theater-Truppe "Stanley Jefferson Amateur Dramatic Society" begeistern.

Mit Hilfe eines Freundes des Vaters wurde Stanley Jefferson an die Pantomime-Truppe "Levy and Cardwell's Juvenile Pantomimes" vermittelt. Nach zwei Spielzeiten versuchte er sich auch als Alleinunterhalter. Bei seinem Solo-Programm wurde er dann von dem berühmten Theaterproduzent Fred Karno entdeckt, der Anfang des 20. Jahrhunderts Tourneen durch ganz Europa und sogar die USA organisierte und schon mit einem anderen Komiker gutes Geld verdient hatte: Charlie Chaplin. Eines Tages lehnte Chaplin eine Hauptrolle ab, die dann Jefferson übernahm. Ein Zwischenfall, der in der Zukunft noch weitere Male eintreffen sollte: Stanley Jefferson als Ersatzmann für den großen Chaplin. Die beiden teilten sich häufig sogar ein Hotelzimmer.

1912 ging die Karno-Truppe auf eine zukunftsweisende Tour durch die USA: Chaplin wurde von dem Filmproduzenten Mack Sennett entdeckt und engagiert. Karno geriet daraufhin in große Schwierigkeiten und so stand auch Stanley Jefferson plötzlich auf der Straße.

Stan blieb in den USA und gründete mit einem Ehepaar das "Stan Jefferson Trio". 1918 kreuzte die australische Schauspielerin Mae Charlotte Dahlberg den Weg des ausgelassenen Trios. Stanley verliebte sich Hals über Kopf, konnte Mae aber nicht heiraten, da diese bereits in Australien einen Mann hatte, der in eine Scheidung nicht einwilligte. Mae war es angeblich auch, die den Künstlernamen "Stan Laurel" (= Lorbeer) auswählte.

Der Theaterbesitzer Adolph Ramish entdeckte Stan schließlich für den Film. In seinem Debüt "Nuts In May" spielt Stan einen Irren. Als der mäßige Film erstmals vorgeführt wurde, waren auch Charlie Chaplin und Carl Laemmle unter dem Publikum. Laemmle, damals der Boss von Universal, schloss mit Stan direkt einen Jahres-Vertrag ab. Bei Universal traf er auf Hal Roach, mit dem er 1918 fünf Filme drehte. Einer dieser Streifen war "The Lucky Dog", in dem er erstmals mit seinem späteren, langjährigen Filmpartner vor der Kamera stand: Oliver Hardy.

Stan Laurel & Oliver Hardy

Erst 1926 drehten die beiden - eher zufällig - wieder zusammen. Von da an allerdings kontinuierlich, wenn auch noch nicht als richtiges Duo. Als die beiden dann noch zu Stummfilmzeiten zu ihrem Format fanden, war ihr Erfolg überwältigend. Insgesamt standen sie für über 100 Kurz- und Langspielfilme vor der Kamera.

Die Karriere kam mächtig in Schwung und es entstanden Laurel-&-Hardy-Klassiker wie "Sailors, Beware!" (1927), "The Second Hundred Years" (1927), "The Battle Of The Century" (1927), die Lachgas-Nummer "Leave 'em Laughing" (1928), "The Finishing Touch" (1928), "Two Tars" (1928), "Habeas Corpus" (1928), "Liberty" (1929), "Wrong Again" (1929), "That's My Wife" (1929) und "Bacon Grabbers" (1929).

Auch die Einführung des Tonfilms konnte dem inzwischen überaus populären Duo wenig anhaben, obwohl der Trend nun eher zu langen Spielfilmen ging. So folgten neben weiteren bemerkenswerten Kurzfilmen wie "Brats" (1930), "Below Zero" (1930), "The Music Box" (1932), "Them Thar Hills" (1934) und "Tit For Tat" (1935) bald auch die ersten Ton-Langfilm-Klassiker wie "Pardon Us" (1931), "Pack Up Your Troubles" (1932), "Sons Of The Desert" (1933), "Babes In Toyland" (1934), "Bonnie Scotland" (1935), "Our Relations" (1936), "Way Out West" (1937) und "Blockheads" (1938).

Doch nach ihrem Bruch mit Hal Roach - 1940 - verloren ihre Filme auch merklich an Qualität und die folgenden Werke lassen nur noch die hohe Kunst der Komik erahnen. 1950 drehten sie den letzten und schlechtesten Film ihrer Karriere: "Atoll K".

Im August 1957 starb Hardy an den Folgen eines Schlaganfalls. Laurel wurde vom Arzt untersagt an Hardys Beerdigung teilzunehmen. Später sagte Laurel dazu: "Es war vielleicht besser so, vielleicht hätte ich dort nur etwas Lustiges gesagt oder getan, um den Schmerz zu verbergen - und Babe (der Nickname von Oliver Hardy) hätte es verstanden. Aber ich glaube nicht, dass es die anderen auch kapiert hätten. Er war wie ein Bruder zu mir. Es war schon komisch, dass wir uns erst so richtig kennengelernt haben, als wir zusammen auf Tournee gingen. Denn immer wenn wir Filme gedreht haben, drehte sich eigentlich alles ums Geschäft - obwohl wir auch eine Menge Spaß dabei hatten."

1965 ereilte Stan Laurel ein tödlicher Herzinfarkt.

Rezeption

Die heutigen Fans von Laurel & Hardy haben sicher zum großen Teil ihre erste Bekanntschaft mit Stan & Ollie den Fernsehprogrammen der 70er Jahre zu verdanken. Aber schon zu Zeiten der Weimarer Republik war das Paar in Deutschland und Österreich bekannt und beliebt, selbst in der Zeit des Nationalsozialismus waren sie in den Kinos als "Dick und Doof" zu sehen, bis die Nationalsozialisten 1938 ein allgemeines Importverbot auf amerikanischer Filme verhängten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden ihre Filme wieder gezeigt und Laurel & Hardy wurden, nicht zuletzt dank der stetig zunehmenden Verbreitung des Fernsehens, im Laufe der Zeit immer populärer. Auch heute noch, mehr als 50 Jahre nach der Beendigung der Dreharbeiten an ihrem letzten Film, genießen Stan & Ollie posthum eine Popularität, die ihresgleichen sucht.

Keine Kommentare: